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Hochsensible Kinder in der Coronakrise: 6 unterstützende Impulse


Was brauchen hochsensible Kinder in einer Krisenzeit wie jetzt?

Hochsensible Kinder nehmen ihre Umgebung in einer Intensivität wahr, für die sie oft noch keine Worte haben. In Zeiten wie diesen können sie zu stillen Leidenden werden, weil es ihnen schwer fällt, ihre Empfindungen auszudrücken.

Um ein hochsensibles Kind zu unterstützen, kannst du folgendes tun:

1) Zwischen den Zeilen lesen


Kinder (vor allem hochsensible Kinder) stehen in einer sehr guten Verbindung zu sich selbst. Sie wissen sehr genau, was ihnen gut tut. Hilfe benötigen sie aber dabei, ihre Intuition in Verhalten umzusetzen.


Höre ganz genau zu, was dein Kind sagt. Achte auf Metaphern, Körperhaltung, Mimik und die tiefere Bedeutung hinter einzelnen Worten. Höre mit deinem Herzen: Was fühlst du, wenn du zuhörst?


Du hast das Gefühl, hinter einer Aussage oder einer Ausdrucksform steckt etwas Tieferes? Dann frag nach! Mit einfachen offenen Fragen unterstützt du dein Kind, sich auszudrücken und sich selbst zu verstehen. Dadurch kannst auch du die emotionalen Reaktionen oder Verhaltensweisen deines Kindes besser verstehen und einordnen. Das hilft euch beiden!


Du kannst zum Beispiel fragen:


- Was meinst du damit genau?

- Wie genau fühlst du dich?

- Was bewegt dich daran so sehr?

- Was brauchst du (von mir)?

- Was müsste ich gerade tun, damit es dir besser geht?

- Was hat dir beim letzten Mal geholfen, als es dir so ging wie jetzt?

- Worüber möchtest du sprechen?


Vertraue darauf, dass dein Kind in seinem Inneren genau weiß, was es braucht. Dich braucht es, um sich selbst und seine intensive Empfindung zu sortieren und Worte für diese Gefühle zu finden.


2) Spreche über deinen eigenen Gefühle


Hochsensible und vor allem hochsensitive Kinder haben ein sehr feines Gespür für die Gefühle anderer Menschen. Sie nehmen die Gefühle von anderen intensiv und detailliert wahr.


Reflektiere deine eigenen Gefühle und spreche mit deinem Kind darüber. Beschreibe in einfachen Worten, was du fühlst, was dich beschäftigt oder bewegt. Du musst das natürlich nicht in aller Ausführlichkeit tun, aber bereits eine einfache Zuordnung deiner Gefühle, wie zum Beispiel "Heute fühle ich mich gestresst, weil dieser Tagesablauf ganz anders ist als sonst.", hilft deinem Kind, besser zu verstehen, was es wahrnimmt - und das es nichts mit ihm selbst zu tun hat. Vielleicht ergibt sich auch ein Gespräch darüber, was euch beide gerade bewegt.


3) Erdung für innere Stabilität


Durch die Krisensituation brechen alte Gewohnheiten weg. Alltagsabläufe sind unterbochen und durch neue Umstände ersetzt. Und auch ganz allgemein, liegt viel Unsicherheit "in der Luft" - das kann Unruhe im Inneren auslösen.


Mit dieser kleinen Übung, hilfst du deinem Kind dabei, sich zu erden und dadurch innere Kraft und Stabilität zu erleben:


Stell dir vor du bist ein Baum. Ein großer, alter Baum, der inmitten eines Waldes steht. Er hat tiefe Wurzeln, die weit bis in den Boden gehen, ganz bis zur Erdenmitte. Wann immer ein Wind kommt, wackeln die Äste und Blätter des Baumes, aber der Stamm wird durch die tiefen Wurzeln gehalten. Der Baum steht kraftvoll und stabil.

Wo sind deine Füße? Hast du das Gefühl, dass du auch Wurzeln hast?
Fühle doch einmal, wie du mit deinen Füßen auf dem Boden stehst?

Stell dir vor, du kannst wie ein Baum, deine Füße noch tiefer mit der Erde verwurzeln. Stell dich locker und mit weichen Knien hin. Berühre mit ganzem Fuß den Boden (am besten barfüßig). 

Konzentriere dich ganz auf deine Füße. Stell dir vor, wie ganz lange Wurzeln von deinen Fußsohlen in Richtung Erdenmitte wachsen. Wie fühlt sich das an?

Deine Füße sind die Wurzeln und dein Körper ist der Stamm. Wenn du deine Arme bewegst, wie die Äste des Baumes im Wind, bleibst du trotzdem fest stehen und du bist ganz bei dir. Das gibt dir Kraft und macht dich mutig und stark!



4) Dankbarkeit bewusst erleben


Dankbarkeit bringt uns innerlich zum Strahlen, stärkt unser Energiefeld und sorgt für innere Ruhe. Mit folgender Übung könnt ihr das kraftvolle Gefühl von Dankbarkeit bewusst im turbulenten Alltag erleben:


Schaffe ein kleines abendliches Ritual zusammen mit der ganzen Familie oder zu zweit mit deinem Kind. Zählt jeder am Abend drei Dinge auf, für die ihr dankbar seid. Ihr könnt

  • ein kleines Buch anlegen, in dem ihr jeden Abend alle genannten Dinge notiert.

  • ein Dankbarkeit-Glas einrichten, in dem ihr jeden Abend kleine Zettel sammelt, auf denen steht, wofür ihr dankbar seid.

  • ein großes Bild gestalten oder malen, das ihr jeden Abend um drei Dinge erweitert, wofür ihr dankbar seid.

Lasst eurer Kreativität freien Lauf!


5) Beruhigende Atmung


Hochsensible Kinder haben eine besonders hohe Anfälligkeit für Stress und sind schneller überreizt als andere Kinder. In einer turbulenten Zeit wie jetzt, brauchen sie besonders viel Stille und ihr eigenes Tempo. Soweit es dir möglich ist, gib deinem Kind viel Raum, um zu verarbeiten, was es erlebt. Schaffe möglichst oft einen Rahmen, in dem so wenig Reize wie möglich verarbeitet werden müssen.


Eine Atemübung hilft deinem Kind beim Entspannen und bringt Ruhe in das innere System:


Vorbereitung: Gemütliche Stimmung schaffen, z.B. das Licht dimmen (nicht ganz abdunkeln), eine Kuscheldecke, eine Kerze anzünden ...
Auf auf den Rücken legen und das liebste Kuscheltier auf den Bauch legen.  

Atme ganz tief bis in den Bauch hinein und wieder aus. Spür mal, wie sich dein Bauch beim Atmen hebt und wieder senkt. Stelle dir nun vor, wie du dein Kuscheltier mit deinem Atem ganz achtsam in den Schlaf wiegst. Wo fühlst du deinem Atem am meisten? 

Im Anschluss könnt ihr darüber sprechen, wie sich diese Übung angefühlt hat. Für dein Kind und vielleicht auch für das Kuscheltier.

6) Ballast abschütteln


Wir sammeln über den Tag viel Ballast in uns an. Gerade hochsensible Kinder (und auch Erwachsene) tragen am Ende des Tages häufig nicht nur ihren eigenen Ballast, sondern zusätzlich den, all derjenigen Menschen, denen sie über den Tag begegnet sind.


Mit der Schüttel-Übung kann der ganze Ballast, der sich über den Tag angesammelt hat, abgeschüttelt werden. Macht diese Übung am besten zusammen.


Stellt euch hüftbreit und die Knie etwas gebeugt auf den Boden und beginnt nun aus den Knien heraus, euren ganzen Körper durchzuschütteln. 
Schickt, alles was ihr tagsüber aufgenommen habt und nicht mehr braucht, in den Boden. 

Diese beiden Fragen können optional vor der Übung unterstützen:


  • Was war heute besonders schön?

  • Was hat dir heute gar nicht gefallen?” – alles, was nicht gut war, darf einfach abgeschüttelt werden.



Ich wünsche euch viel Freude beim Ausprobieren der kleinen Übungen, die eine große Wirkung entfalten können und innere Ruhe in dieser turbulenten Zeit.

Du hast weitere Fragen? Oder du fühlst dich selbst stark belastet?


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© 2020 Henrike Heier

Eberswalde