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Merkmale von Hochsensibilität

Hochsensible Menschen reflektieren gerne, verspüren eine Sehnsucht nach Tiefe und Sinn, haben eine starke Intuition (oder ein gutes Bauchgefühl), ein ausgeprägtes inneres Wertesystem und sind sehr gewissenhaft. Sie haben ein reiches, komplexes Innenleben, ein intensives Gefühlsleben und nehmen bereits schwache Signale aus ihrem Körper wahr. Sie bemerken subtile Reize, sind Visionäre, erleben innere Welten intensiv und lebendig und haben eine ausgeprägte Vorstellung vom großen Ganzen.


Hochsensibilität ist keine Störung oder Krankheit, sondern ein Persönlichkeitsmerkmal, es besteht also von Geburt an. Menschen unterscheiden sich grundsätzlich in der Wahrnehmung und Verarbeitung von Reizen. Hochsensible Menschen haben eine besonders sensible und empfindliche Wahrnehmung. Ihr Nervensystem nimmt mehr Reize wahr und verarbeitet diese gründlicher und tiefer. Dazu gehören:

  • externe Reize, alles was sensorisch über die fünf Hauptsinne von außen wahrnehmbar ist: hören, sehen, schmecken, fühlen, riechen.

  • Reize aus der sozialen Umgebung, wie zum Beispiel die detaillierte Wahrnehmung und Auswertung von Gestik und Mimik und ein feines Gespür für die Stimmung anderer Menschen.

  • innere Reize und Ereignisse wie zum Beispiel Gedanken, Gefühle und körperliche Empfindungen, wie Hunger oder Schmerz.

Der Begriff Hochsensibilität wurde vor ca. 25 Jahren von der US-amerikanischen Psychologin Elaine Aron geprägt und brachte für viele Menschen ein neues Verständnis für sich selbst und ihr Anderssein. Es wird aktuell davon ausgegangen, dass etwa 20% der Menschen hochsensibel – also empfindsamer, sensibler, feinfühliger, feinsinniger, reizempfindlicher und wahrnehmungsfähiger – sind als 80 % ihrer Mitmenschen.


Folgende vier Indikatoren nach Elaine Aron beschreiben die wesentlichen Facetten und Merkmale von Hochsensibilität:

Verarbeitungstiefe (Depth of Processing)


Dieses Merkmal ist die Grundeigenschaft von Hochsensibilität: Hochsensible Menschen werden mit einer besonders stark ausgeprägten Fähigkeit geboren, innere und äußere Reize zu registrieren und zu verarbeiten. Kurz gesagt: Hochsensible Menschen werden sowohl durch positive als auch durch negative Reize stärker angesprochen. Daraus ergibt sich eine vernetzte und hoch ausgeprägte Wahrnehmungsfähigkeit, durch die Gedanken und Gefühle intensiver erlebt und verarbeitet werden. Die umfangreichen Informationen werden sorgfältig ausgewertet, in größere Zusammenhänge gebracht und mit bisherigen Erfahrungen verknüpft. Damit geht häufig ein tiefgründiges Nachsinnen über den Sinn von Dingen und des Lebens im Allgemeinen einher.


Sinnessensibilität (Sensory Sensibility)


Die Sinneswahrnehmung ist besonders facettenreich, detailliert und intensiv. Durch die erhöhte Wahrnehmungsfähigkeit, werden Feinheiten und Details wahrgenommen und es gelangen Reize ins Bewusstsein, die für die Mehrheit der Menschen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle liegen. Hochsensible Menschen nehmen mit allen Sinnen intensiver wahr.


Übererrgebarkeit (Overaousability)


Ein empfängliches und hochsensibles Nervensystem ist schneller überreizt, da mehr Reize, Informationen und Eindrücke verarbeitet werden müssen. Hochsensible Menschen erreichen deutlich früher einen Zustand der Reizüberflutung und haben eine erhöhte Anfälligkeit für Stress. Sie brauchen besonders bei starken Reizen, unbedingt ausreichend Zeit, um sich zu erholen. Ein andauernd hoher Erregungsgrad des Nervensystems verursacht Unwohlsein, Nervosität ein Nachlassen der kognitiven Leistungsfähigkeit. Orientieren sich Hochsensible an den Maßstäben weniger sensibler Menschen, führt das häufig zu chronischem Stresserleben bis hin zu Krankheiten und Erschöpfungszuständen. Die Neigung zur hohen Stressbelastung hindert viele Hochsensible daran, die Vorteile ihrer Sensibilität zu erkennen und ein glückliches und erfülltes Leben zu führen.


Emotionale Intensität (Emotional Intensity)


Das überdurchschnittlich starke Empfinden bedingt starke emotionale Reaktionen. Es kommt vor, dass Hochsensible von ihren Gefühlen geradezu überwältigt werden und selbst über ihre starken emotionalen Reaktionen verwundert sind. Das gilt für negative und positive Gefühle gleichermaßen: Hochsensible Menschen sind besonders verletzlich und besonders genussfähig! Vor allem in Bezug auf negative Gefühle, ergibt sich häufig die Sorge einer emotionalen Überreaktion bis hin zu Scham über die Intensität der eigenen Gefühle. Allerdings profitieren Hochsensible auch besonders von positiven Emotionen, wie Dankbarkeit, Neugier, Freude und Zufriedenheit. Sie können positive Erfahrungen wie zum Beispiel ein Spaziergang in der Natur oder den Besuch eines Konzerts auch mehr auskosten.




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© 2020 Henrike Heier

Eberswalde