Hochsensibilität

Zwei Seiten einer Medaille

Feine Antennen

Alle Menschen sind sensibel. Aber nicht alle Menschen sind in ihrer Sensibilität gleich stark ausgeprägt.

 

Der Begriff der Hochsensibilität wurde vor rund 25 Jahren von der US-amerikanischen Forscherin Elaine Aron geprägt. Er beschreibt eine besondere Beschaffenheit des Nervensystems, durch die mehr Reize und Informationen aufgenommen und tiefer verarbeitet werden.

 

Hochsensible Menschen (HSP=high sensitive person) haben sehr feine Wahrnehmungsantennen, durch die bereits schwache Reize und Details aus der Umgebung ins Bewusstsein gelangen. Was anderen häufig gar nicht auffällt, kann in der hochsensiblen Wahrnehmungswelt selbstverständlich sein.

 

Die Empfindungsfähigkeit von äußeren Reizen über die fünf Hauptsinne kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Typischerweise werden Geräusche, Gerüche, optische Eindrücke, Licht, Geschmack und Berührungen sehr intensiv und facettenreich wahrgenommen. Aber auch Befindlichkeiten und Stimmungen von anderen Menschen sowie Nuancen in zwischenmenschlichen Beziehungen werden mit einem feinen Gespür registriert.

Die detailreiche Wahrnehmung richtet sich auch nach innen: Hochsensible Menschen erleben innere Welten intensiv und lebendig. Sie haben ein reiches, komplexes Innenleben, ein intensives Gefühlsleben und nehmen bereits schwache Signale aus ihrem Körper wahr.

​Dadurch das mehr Informationen aufgenommen und verarbeitet werden müssen, kommt es leicht zu einem Zustand der Reizüberflutung. Besonders bei starken Reizen braucht das Nervensystem längere Zeit, um sich wieder zu erholen.

 

Viele hochsensible Menschen orientieren sich an durchschnittlichen Maßstäben der Gesellschaft, wodurch sie sich selbst für weniger belastbar halten und ihre innere Stärke unterschätzen. Denn wenn die sensorische Überforderung im Alltag zu groß wird und es zu wenige Möglichkeiten zur Erholung und Regenration gibt, fällt es schwer, den äußeren und eigenen Anforderungen gerecht zu werden.

Sehnsucht und Potenzial

Durch ihre hohe Empfindlichkeit treffen hochsensible Menschen häufig schon früh in ihrem Leben auf Unverständnis. Sie spüren, dass sie irgendwie anders ticken, wodurch sie sich ausgegrenzt fühlen und häufig ableiten, dass mit ihnen etwas nicht stimmt.

Dabei birgt Hochsensibilität ein großes Potenzial in sich. 

Durch die tiefe und differenzierte Reizverarbeitung ist es ebenso kennzeichnend für hochsensible Menschen, Erfahrungen und innere sowie äußere Informationen in Verbindung miteinander zu setzen und in einen ganzheitliches Bedeutungszusammenhang zu stellen.

 

Daraus ergibt sich
          eine detailreiche und feine Beobachtungsgabe

eine vernetzte Wahrnehmungsfähigkeit

eine ausgeprägte Kreativität

eine tiefe Einsichtsfähigkeit

ein starkes Einfühlungsvermögen

ein intensives Durchdenken von Zusammenhängen

ein langer emotionaler Nachhall

ein Bedürfnis nach Tiefe und Sinn

ein ausgeprägtes inneres Wertesystem

eine hohe Innovationskraft

Es ist eine Frage der Balance zwischen zwei Seiten einer Medaille, die darüber entscheidet, ob Hochsensibilität als Belastung oder Stärke empfunden wird.

Wenn hochsensible Menschen um ihre Besonderheit wissen und sich ihrem wahren Selbst bewusst sind, können sie ihre Bedürfnisse im Alltag mitdenken und besser für sich sorgen. Mit einem gezielten Selbstmanagement können sie die richtigen Rahmenbedingungen für sich schaffen und ihr Potenzial entfalten.

 

Weitere Informationen zum Thema Hochsensibilität findest du auf der Seite IFHS und ...

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© 2020 Henrike Heier

Eberswalde